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Hintergrund

Dokumentation

Situationsbeschreibung

Die Möglichkeiten der Miniaturisierung und drahtlosen Übertragung faszinieren. Durch sie wird es möglich, virtuelle Welten zu schaffen, die in Echtzeit auf Gegebenheiten in der realen Welt reagieren. Die Überlagerung dieser beiden Welten ermöglicht ganz neue Erfahrungen und Freiheiten. Notwendig dafür sind von oder über uns erzeugte Daten, welche gesammelt und vervielfältigt werden. Durch die Überwachung solcher Datenspuren ist es möglich ein digitales Persönlichkeitsprofil zu erstellen. Auf diese Art verschieben die technischen Entwicklungen die Grenze zwischen Privatheit und Öffentlichkeit. Infolgedessen kommt es zu Grenzüberschreitungen. Die Veränderungen haben sich schnell und für vielen unbemerkt vollzogen. Es kommt zu einer paradoxen Situation: Um sich Privatsphäre zu bewahren und Bewegungsfreiheit zu erhalten, muss man Teile der eigenen Identität digitalisieren. Diese werden benötigt, um sich beim Zugang zu Bereichen zu authentifzieren. Die digitale Identität erhält Freiheiten und gefährdet diese gleichermaßen, denn elektronische Daten sind flüchtig. Werden sie zweckentfremdet oder missbraucht steht man dem oft hilflos gegenüber. Die weitreichenden Veränderungen machen eine Anpassung oder Neuentwicklung von Normen und Gesetzen notwendig. Dazu gilt es, die Auswirkungen der Veränderungen zu erforschen. Oft ist ein genaues Abwägen zwischen Schutz und Kontrolle sowie zwischen Privatsphäre und Sicherheit notwendig. Ein Ungleichgewicht oder Abgleiten in eine Richtung führt zu einer Verschlechterung der gesamten Situation. Ohne Übereinkünfte im Umgang und bei der Verwendung gespeicherter Daten muss jeder Einzelne diese Abwägungen ständig wieder vornehmen. Das benötigte Wissen dazu und eine Transparenz der Wege unserer Daten fehlen teilweise. Dies betrifft nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Unternehmen, die mit den Daten umgehen, und Politiker, die zur Einführung von geeigneten Regelungen ermächtigt sind.

Unser Ziel

Wir möchten die Auswirkungen, die sich aus den genannten Entwicklungen in der Kommunikations- und Informationstechnik für den Einzelnen ergeben, erlebbar und verständlich machen und somit für die damit verbundenen Gefahren sensibilisieren. Thematisieren wollen wir dabei die deutlichste Veränderung, nämlich die Verschiebung der Grenze zwischen Privatheit und Öffentlichkeit und die dadurch entstandenen Auswirkungen auf die Privatsphäre. Diese äußern sich als Gefahr von Missbrauch und Zweckentfremdung persönlicher Daten und können zu einer totalen Überwachung von Menschen führen. Diese Thematiken und ihre Zusammenhänge sollen in eine einfach verständliche Simulation übersetzt werden, die es ermöglicht, verschiedene Standpunkte einzunehmen um die sich dabei ergebenden Veränderungen beobachten zu können. So entstandene Erfahrungen können Grundlage werden für die bei der Nutzung elektronischer Kommunikationstechniken nötigen Abwägungen in Bezug auf den Datenschutz. Vielleicht schließen sich sogar weitere Auseinandersetzungen an. Wir selber sind nicht bereit, unsere Privatsphäre einfach aufzugeben. Genauso wenig erscheint es uns sinnvoll und praktikabel, sich den technischen Entwicklungen und den damit verbundenen neuen Möglichkeiten und Freiheiten zu verschließen. Zwischen größtmöglicher Nutzung elektronischer Kommunikationstechniken und gleichzeitiger Wahrung der Privatsphäre gilt es einen Standpunkt zu finden. Indem wir einen Erfahrungsraum schaffen und Zusammenhänge und Gefahren erlebbar machen, möchten wir den Einzelnen befähigen, eine eigene Position zum Schutz von Daten und Privatsphäre einzunehmen. Wir begreifen Datenschutz als einen Gewinn sowohl für den Einzelnen, über den Daten gespeichert werden, als auch für diejenigen, die mit diesen Daten arbeiten. Durch das Interesse der Kunden an der Handhabung ihrer Daten wird der Datenschutz zum Unterscheidungsmerkmal von Angeboten. Die Grenzen dieser Angebote werden durch Gesetze bestimmt. Die entstandenen Veränderungen machen Neuregelungen nötig. Durch eine vermehrte Diskussion und einem Drängen der Wirtschaft auf klaren Vorgaben erhoffen wir uns eine Wirkung auf die Politik. Die Entwicklung transparenter und sicherer Angebote soll ermöglicht und gefördert werden. Wir möchten die Menschen ermutigen, ihren berechtigten Wunsch nach Transparenz zu äußern. Datenschutz soll keine Zusatzleistung bleiben, sondern selbstverständlich in Angebote integriert werden. Dies gilt auch für eine mögliche Umsetzung unserer Arbeit. Sie könnte der Entwicklung und Einführung eines Modells zum Umgang mit den Ortungsdaten der Benutzer dienen.

Umsetzung

Die Mobiltelefone beinhalten persönliche Informationen, und sind für viele mit ideellen Werten aufgeladen. Sie sind ständige Begleiter und geeignet, ihre Besitzer jederzeit zu identifizieren und mit Hilfe der flächendeckenden Mobilfunknetze zu orten. Mobiltelefone sind gleichzeitig Vertrauter und Verräter. Sie vereinen die beschriebenen Entwicklungen in einem Gegenstand, den fast jeder täglich benutzt. Somit erscheinen uns diese Geräte als ideale Chance, möglichst viele Menschen auf die entstandenen Problematiken aufmerksam zu machen. Die Entwicklung standortbasierter Angebote für Mobiltelefone ist ein Punkt, an dem die Auswirkungen der Veränderungen für die Benutzer deutlich werden. Dies bedeutet für die Anbieter solcher Leistungen Handlungsbedarf und scheint uns geeignet, die nötigen Diskussionen zu beginnen. In einem Spiel sehen wir die Möglichkeit, dem Spieler einen symbolischen Ort für Auseinandersetzung mit dem Thema zu schaffen. In der Mikrowelt des Spiels können verschiedene Positionen unserer Thematik in einem sicheren Rahmen erfahren und erprobt werden. Der Spieler kann dazu in unterschiedliche, sogar entgegengesetzte Rollen schlüpfen. Das Spiel soll durch Ausprobieren eine handelnde Beschäftigung mit den Mitspielern und vor allem mit dem Thema schaffen. Spannung, Emotionen und Phantasie erleichtern es dem Spieler, sich dem Thema zu nähern. Die Vereinfachung und eine Beschränkung auf das Wesentliche verhilft zum leichteren Einstieg. Wir möchten möglichst viele Menschen erreichen. Dazu sollten außer dem Besitz eines Mobilfunkgerätes und der Möglichkeit, die für das Spiel nötige, Daten zu versenden, möglichst wenige technische Anforderungen gestellt werden. Gerade sehr junge Handybesitzer haben noch wenig Erfahrungen im Umgang mit Datenschutz und Privatsphäre. Besonders sie hoffen wir durch ein Spiel ansprechen zu können.

Die Dokumentation der Diplomarbeit "Echosphere", ohne die Anhänge Spielregeln und Ein- und Ausgabeschema, als pdf (917KB) zum downloaden.

Links

Linkliste Datenschutz

Auswahl an Internetseiten mit Informationen, Materialien und weiterführenden Links zum Thema Datenschutz:

BigBrotherAwards
Die BigBrotherAwards wurden ins Leben gerufen, um die öffentliche Diskussion um Privatsphäre und Datenschutz zu fördern - sie sollen missbräuchlichen Umgang mit Technik und Informationen zeigen. Seit 2000 wird der jährliche Preis auch in Deutschland vergeben.
BfD
Internetseite des Bundesbeauftragten für den Datenschutz.
FoeBuD
Der Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs e.V. setzt sich vor allem für Informationsfreiheit und Datenschutz ein. So wird unter anderem die Einführung der RFID-Technologie kritisch begleitet.
Virtuelles Datenschutzbüro
Zentrale Informations und Anlaufstelle für Datenschutzfragen mit Beiträgen zahlreicher offizieller Datenschutzorganisationen.

Linkliste Location Based

Eine subjektive Auswahl an teilweise kommerziellen standortbasierten Angeboten. In die Liste aufgenommen haben wir Internetseiten die durch Texte und Bilder beispielhaft einen Eindruck geben, welche standortbasierten Anwendungen bereits existieren. Die Linksammlung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wir haben die Anwendungen nicht getestet und möchten hiermit keine Empfehlungen abgeben bestimmte Angebote zu nutzen oder auch nicht.

Projekte

Can you see me now?
GPS Drawing

Services

SECUR Gesellschaft für Ortungstechnologie mbH
MOBILOCO GmbH

Spiele

Botfighters
GPS Tron
Gunslingers
The Journey 2
MogiMogi
Swordfish
Undercover
Undercover 2

Linkliste Spieltheorie

Spiele sind nicht nur Zeitvertreib, deshalb lohnt ein Blick auf ihre vielfältigen Funktionsweisen und Einsatzmöglichkeiten. Informationen dazu gibt es z.B. auf folgenden Seiten.

Gamedesign
Studiengang an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich.
Medienpädagogik-online
Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema Medien mit Texten über Computerspiele.
Playability
Kulturwissentschaftliche Betrachtungen zu Computerspielen.

Linkliste weitere Links

Weitere Links in Zusammenhang mit Echosphere.

Mobilfunk

Bundesnetzagentur
Standortdatenbank der Bundesnetzagentur mit allen fest installierten Funkeinrichtungen.
IZMF
Brancheninitiative deutscher Mobilfunknetzbetreiber mit vielen Informationen und Erklärungen.

Muthesius

Muthesius
Muthesius Kunsthochschule in Kiel

Digitale und interaktive Medien
Studienschwerpunkt DM/I an der Muthesius Kunsthochschule.